Unter­neh­mens­be­wer­tung – Aus­wir­kun­gen der Coro­na — Kri­se

Unter­neh­mens­be­wer­tung

– Aus­wir­kun­gen der Coro­na — Kri­se -

All­tag und Wirt­schaft wird aktu­ell von der Coro­na Kri­se beherrscht. Wel­che Fol­ge­wir­kun­gen hat das Coro­na­vi­rus auf die Unter­neh­mens­be­wer­tung?

Die Kri­se wird Ver­än­de­run­gen, z.Bsp. im Kun­den­ver­hal­ten, in den Lie­fer­ket­ten und in der mit­tel- und lang­fris­ti­gen wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on schaf­fen, die sich von der vor der Kri­se unter­schei­det. Dies ins­be­son­de­re im Kon­text einer glo­ba­li­sier­ten Welt im Umbruch. Dies wird Kon­se­quen­zen für den Unter­neh­mens­wert haben.

Schon vor der Kri­se waren vie­le Geschäfts­mo­del­le auf dem Prüf­stand, die sich dar­aus erge­ben­den Ent­wick­lun­gen tre­ten als wei­te­re Beschleu­ni­ger auf. D.h. in vie­len Berei­chen müs­sen neue Wege im Ver­trieb / Kon­sum­ver­hal­ten, Logistik/Produktion und Kom­mu­ni­ka­ti­on gewählt wer­den, um den Unter­neh­mens­wert nach­hal­tig zu erhal­ten und zu stei­gern.

Erhöh­te Markt­ri­si­ko­prä­mi­en, sprich nied­ri­ge­re Unter­neh­mens­wer­te, tref­fen ande­rer­seits auf ein vor­aus­sicht­lich gerin­ge­res Ange­bot an gesun­den Unter­neh­men. Das soll­te einen gewis­sen Aus­gleichs­me­cha­nis­mus erzeu­gen. Ander­seits kann die­ser durch die Aus­wir­kun­gen einer sich abzeich­nen­den Welt­wirt­schafts­kri­se in Fra­ge gestellt wer­den.

Anwen­dung von Mul­ti­pli­ka­tor Ver­fah­ren?

Wir sind der Auf­fas­sung, dass in die­sem Kon­text eine plau­si­ble Wert­ermitt­lung nicht durch Anwen­dung von Durch­schnitts­mul­ti­pli­ka­to­ren erfol­gen kann. Eine trans­pa­ren­te und plau­si­ble Ermitt­lung des Unter­neh­mens­wer­tes ist nur durch eine Ana­ly­se des gesam­ten Betriebs mög­lich. Stär­ken und Schwä­chen, Chan­cen und Risi­ken, Pro­duk­te, Markt, Kun­den- und Lie­fe­ran­ten­struk­tu­ren, Orga­ni­sa­ti­on und Manage­ment, Not­fall- sowie Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen müs­sen zusam­men mit den Unter­neh­mens­zah­len ana­ly­siert und auf­be­rei­tet wer­den. Die Ergeb­nis­se schla­gen sich in einer adäqua­ten Bewer­tung mit ent­spre­chen­den Kapi­ta­li­sie­rungs­zin­sen und Markt­ri­si­ko­prä­mie nie­der.

Eine Kri­se zeich­net sich durch ihre teils sto­chas­ti­schen Ent­wick­lun­gen aus, die sich z.T. dyna­misch ver­stär­ken und ver­rin­gern kön­nen. Eta­blier­ten Pla­nungs­ab­läu­fe kön­nen dies oft nicht abbil­den. In Zei­ten einer Welt­wirt­schafts­kri­se ist die Anwen­dung von Mul­ti­pli­ka­to­ren, die auf Ver­käu­fen in der Ver­gan­gen­heit basie­ren nicht anwend­bar. Wer­den sol­che Mul­ti­pli­ka­tor Ver­fah­ren doch benutzt, wer­den schnell nur noch Sub­stanz und / oder Zer­schla­gungs­wer­te statt einem rea­lis­ti­schen Wert auf­ge­zeigt der vor Allem begründ­bar ist.

Sze­na­ri­en der Unter­neh­mens­be­wer­tung

Grund­sätz­lich kann man sich fol­gen­de 4 Sze­na­ri­en vor­stel­len:

  1. Für ein Unter­neh­men, das durch die uner­war­te­te Kri­se nicht mehr liqui­de ist, ändert sich alles, im schlech­tes­ten Fall bis zur Zah­lungs­un­fä­hig­keit. In die­sen Fall gibt es zwar durch die der­zeit zeit­li­che begrenz­te Aus­set­zung der Insol­venz­an­trags­pflicht, die Mög­lich­keit Sanie­rungs­schrit­te ein­zu­lei­ten, um eine Fol­ge­insol­venz zu ver­mei­den. Die Ver­mei­dung einer tief­ge­hen­den Kri­sen­be­wer­tung setzt aber ein nach­hal­ti­ges Geschäfts­mo­del vor­aus.
  2. Das Unter­neh­men kann durch die Kri­se not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen nicht täti­gen mit der Kon­se­quenz, das zukünf­ti­ge Erträ­ge aus­blei­ben. Es ent­steht ein nach­hal­ti­ger Scha­den, der sich bei der Bewer­tung sowohl der Ertrags­pla­nung wie auch der Risi­ko­ein­schät­zung nie­der­schlägt.
  3. Die Märk­te ver­än­dern sich durch die Kri­se. Mar­gen ver­rin­gern sich bei par­al­lel ent­ste­hen­den höhe­ren Zins- und Til­gungs­las­ten durch Liqui­di­täts­kre­di­te. Not­wen­di­ge Liqui­di­tät und Kapi­tal Geschäfts­mo­del­le zu ändern und /oder anzu­pas­sen ist nicht aus­rei­chend ver­füg­bar. Es ent­steht Sanie­rungs­be­darf der sich ent­spre­chend in der Risi­ko­ein­schät­zung und damit im Unter­neh­mens­wert nie­der­schlägt.
  4. Ande­ren Unter­neh­men kann die Kri­se Markt­chan­cen bie­ten, aus den stei­gen­de Umsät­ze Inves­ti­tio­nen und letzt­lich auch Erträ­ge resul­tie­ren. Der Weg dort­hin kann jedoch lang sein, da eine Markt­be­rei­ni­gung in den meis­ten Fäl­len erst­mal zu sin­ken­den Prei­sen / Erträ­gen führt. Für alle bleibt auch das Risi­ko, das sich die Rah­men­be­din­gun­gen für alle Unter­neh­men und Bran­chen ändern. Evtl. gibt es nach der Kri­se weni­ger Markt­teil­neh­mer und / oder Kun­den oder Lie­fe­ran­ten sind nicht mehr vor­han­den. Dies beein­flusst eine pro­fes­sio­nel­le Bewer­tung.

Fazit

Eine Bewer­tung im tra­di­tio­nel­len Sin­ne kann momen­tan nicht durch­ge­führt wer­den und wür­de mehr Scha­den als Nut­zen brin­gen.

Der ein­zig vali­de Weg führt daher über eine Sze­na­rio­ana­ly­se die zusam­men mit z.Bsp. den Ertrags­wert oder DCF Ver­fah­ren auch mas­siv ein­bre­chen­de Erträ­ge berück­sich­ti­gen und nor­ma­li­sie­ren kann. Im Wei­te­ren wird das Risi­ko der Rea­li­sier­bar­keit geplan­ter zukünf­ti­ger Erträ­ge über die Markt­ri­si­ko­prä­mie abge­bil­det. Essen­zi­ell wird sein, die lang­fris­ti­gen Per­spek­ti­ven ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen und dazu ist wie oben schon ange­führt die Sze­na­rio- Rech­nung ein vali­der Ansatz.

Das bedeu­tet auch, das ein guter Bera­ter nicht nur gut rech­nen muss, son­dern vor Allem ein gerüt­tel­tes Maß an Erfah­rung in der Beur­tei­lung von Geschäfts­mo­del­len, der Umset­zungs­op­tio­nen und Rea­li­sier­bar­kei­ten hat und sich neben­her logi­scher­wei­se mit Bewer­tun­gen aus­ken­nen muss.

 

Trau­mann Con­sul­ting – Unter­neh­mens­zu­kunft erfolg­reich gestal­ten -

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Jörg Trau­mann, MBA, Hoch­schul­zer­ti­fi­kat Sanie­rungs- und Insol­venz­recht

Ver­fügt über 30 Jah­re Erfah­rung in der Füh­rung, Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung von Kon­zern – und Mit­tel­stands­un­ter­neh­men im In- und Aus­land.

Wir sind spe­zia­li­siert auf M&A und Son­der­si­tua­tio­nen, wie Sanie­rungs­be­ra­tung, Ver­fah­rens­be­glei­tung und Restruk­tu­rie­rungs­ma­nage­ment und bewer­ten Unter­neh­men in unter­schied­lichs­ten Situa­tio­nen.

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